Grüßaugust – oder die Inchtabokatables sind (fast) wieder da

Eventuell erinnert sich noch jemand an die Inchtabokatables, die sich vor geraumer Zeit aufgelöst haben und schon damals verkündeten, dass es 2013 irgendwie weiter geht und die Auflösung der Band nicht das Ende der Welt sein muß.

B. Broiler (Geige & Gesang) und Kokolorus Mitnichten (Schlagzeug) gründeten vor ungefähr einem Jahr mit 2 weiteren Personen (Gitarre und Bassgitarre) die Band Grüßaugust.

Hin und wieder tauchte in den letzten Monaten auf youtube das ein oder andere verwackelte Video von Grüßaugust auf, was ich schon recht interessant und spannend fand, mir aber nicht wirklich vorstellen konnte, wie das live unter die Haut geht.

Auf der diesjährigen Fusion durften wir nun Grüßaugust das erste mal live erleben.
Was soll ich sagen…wir lauschten gespannt der Musik, haben das ein oder andere Rauchwölkchen inhaliert, nach ein paar Songs wippte fast das komplette, anwesende, erstaunte und betagtere Publikum und bei den Zugaben, speziell beim Song „Shame“ (unten verlinkt) kullerten sogar ein paar Tränchen, weil es so dermaßen großartig war und mich an die ersten Konzerte der Inchties in den 90ern erinnerte. Es erinnerte an „damals“, vor langer, langer Zeit, als den Namen „Inchtabokatables“ noch fast niemand aussprechen, oder schreiben konnte und die Band nur ein paar Berliner Freunde weiter empfahlen. Es erinnerte an „damals“, als sie noch nicht die fetten Konzerthallen oder Festivals mit mehreren tausend Besuchern füllten (oder füllen mußten), und als die Mucke noch ehrlich, urig und kraftvoll und alles andere als digital verwaschen und aufgebläht, wie auf dem letzten Album der Inchties, war.

Jetzt, kurz vor Urlaubsende wieder vor einem funtionierendem WLAN sitzend, entdecke ich fast zufällig, dass es auf Soundcloud 10 Tracks des neuen Albums von Grüßaugust gibt. Ich gehe davon aus, dass die Jungs die Tracks selbst eingestellt haben. (Falls wider Erwarten nicht, so möge man mir bescheid sagen!)

Für mich persönlich war das Konzert von Grüßaugust das beste Konzert auf der diesjährigen Fusion.

Die kompletten 10 Tracks gibt es nach dem Klick auf Soundcloud…

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Polizeiprotest mündet in Gewalt

JW vom 27.05.2013 über die Demo der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die am Wochenende in Berlin für den Einsatz von Pfefferspray demonstrierte und die Gegenproteste:

„Obwohl die Protestaktion der Pfefferspraygegner friedlich verlief, verfolgten mehrere eingesetzte Beamte eine junge Demonstrantin, die sich bereits auf dem Heimweg befand. Sie brachten die junge Frau gewaltsam zu Fall. Auf im Internet veröffentlichten Videoaufnahmen ist zu sehen, wie einer der beteiligten Polizisten der bereits am Boden liegenden Demonstrantin einen gezielten Faustschlag ins Gesicht verpaßt.“

(via)

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Alte Tante SPD

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Interview mit Irie Revolté: „Ein Faktor, der Menschen dazu bringt, nachzudenken“

Straßen aus Zucker:

„Mal Élevé und Carlito von Irie Revolté erzählen über ihr neues Album, was sie von Mackertum halten, wo politische Einstellungen herkommen und was so alles auf den Kopf gestellt werden sollte.“

Das komplette Interview nach dem Klick: „Ein Faktor, der Menschen dazu bringt, nachzudenken“ « Straßen aus Zucker.

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tumblr – the end is near

tumblr - the end is near

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Palettendings

  • zersägste ne Palette (muß nicht zwangsläufig eine Europalette sein)
  • schraubst ein paar Rollen dran
  • streichelst den Kram mit Lasur
  • schraubst zusammen
  • haste 1a-Terrassentisch
  • freuste dich wie Bolle drüber

Picture 9

Picture 2

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Dropkick Murphys – Which side are you on?

Vor ungefähr zwei Jahren spielten die Dropkick Murphys in Erfurt, wir besorgten uns Tickets und freuten uns wochenlang auf den Gig der Dropkicks in der Erfurter Thüringenhalle.
Zwei Stunden bevor das Konzert stattfinden sollte, fanden wir uns vor der Erfurter Thüringenhalle ein, trafen zufällig, wie es bei solchen Konzerten üblich ist, viele Freunde und Bekannte, nippten an der ein oder anderen Flasche Bier und waren guter Dinge. Nachdem wir sämtliche Alben der Band jahrelang rauf und runter gehört hatten, sollten wir die Dropkicks endlich live erleben. Großartig!

Das sich die ein oder andere Person auf dem Konzert befinden wird, die sich politisch nicht eindeutig im linken Spektrum verortet, war uns vorher durchaus klar. Egal! Musik verbindet und wir wollten schließlich auf ein Konzert und nicht auf eine Veranstaltung, auf der sich im Großen und Ganzen alle Menschen einig sind und nichts Anderes zu tun haben, sich den ganzen Abend beizupflichten und sich gegenseitig auf die eigenen Schultern zu klopfen.

Nachdem ein paar Menschen aus der Erfurter Hausbesetzerszene mit Fahrrädern und Beuteln anrückten, um die vor der Thüringenhalle abgestellten leeren Flaschen der Konzertbesucher einzusammeln und darauf ein Großteil Letzterer diese lautstark beschimpfte, die Flaschen zerstörte oder versuchte Körperflüssigkeit in das begehrte Lehrgut abzusondern, zogen wir abwechselnd eine Augenbraue hoch, ließen uns allerdings nicht davon abhalten das Konzert zu besuchen.

Später in der Thüringenhalle ließen wir uns auch nicht von dem ein oder anderem „O!-Ruf“ abschrecken, der zu vernehmen war und ansich auch nicht als Bedrohung, sondern eher befreiend wirken sollte.

Als uns allerdings das Tanzbein juckte und wir uns im Takt der Musik wiegten, sich eine Gruppe hoch gewachsener Männer mit kurz geschnittenen Haaren, gepaart mit üppigen, bunten Muskelpaketen, die sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt wurden, vor uns stellte und mehrfach fremdenfeindliche, rassistische Sprüche absonderte, wurde unsere gute Laune recht schnell getrübt. Getoppt wurde das Ganze schließlich, als der Sänger der Dropkick Murphys meinte, dass er ganz stolz sei in Deutschland spielen zu dürfen, dass Deutschland ein großartiges Land sei und überhaupt er außerdem ganz „stolz sei ein Deutscher zu sein“. Kurz danach versuchten wir lautstark unseren Unmut darüber auszudrücken, wurden aber nicht gehört, da der allgemeine Freudentaumel über die Ansage des Sängers lauter war als unser Veto und wir verließen frustriert und enttäuscht die Erfurter Thüringenhalle.

Wir diskutierten an diesem Abend noch sehr lange am Rande des Konzerts mit einigen Menschen über die merkwürdigen Aussagen des Sängers, über das Publikum, über Toleranz, Konsequens, Verantwortung von Künstlern und klare, politische Prinzipien. Gebracht hat das Alles freilich nicht viel, abgesehen von hohem Blutdruck.

Meine persönliche Konsequenz war, dass ich aus lauter Wut sämtliche Alben der Dropkicks auf meinem Rechner gelöscht habe und damals einen mehr oder weniger relevanten Tweet über meinen Frust vertwittert habe. Ende und aus!

Heute morgen mußte ich etwas schmunzeln, als ich las, dass einer der Sänger einen Fan, der auf der Bühne den Hitlergruß gezeigt hat, verprügelte. Vielleicht werden wir in ferner Zukunft einen zweiten Versuch unternehmen ein weiteres Konzert der Dropkicks zu besuchen.

Musik soll ja schließlich Menschen verbinden, Hoffnung machen und (so hörte ich hin und wieder) die magische Kraft haben, subversiv zu wirken. Gefährlich wird es meiner Meinung nach immer dann, wenn sich entweder die Künstler nicht klar und eindeutig zu ihren Texten positionieren, oder sich auf Grund von Unwissenheit oder Dummheit instrumentalisieren lassen.

Warten wir ab und schauen gespannt in die Zukunft!

btw.: Dank auch an Ronny/Kraftfuttermischwerk für seine klaren Zeilen! :-)

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